500 Jornaleros/Sans Papiers aus Huelva besetzen die Universität in Sevilla
[1] Einleitung
Seit Montag den 10. Juni haben 400-500 migrante ArbeiterInnen aus der Erdbeerernte in Huelva die Universität Pablo de Olavide in Sevilla (Andalusien, Spanischer Staat) besetzt. Sie kämpfen gegen ihre Arbeitsbedingungen, für die Regularisierung ihrer Arbeits- und Aufenthaltsverhältnisse, sowie gegen das spanische Ausländergesetz (ley de extrangeria) dass unter der herrschenden Regierung des Partido Popular zu europäischen Gesetzgebung vorgeschlagen wird. Sevilla wird am 20.-22. Juni der Ort des EU Gipfels sein, bei dem die Verschärfung der allgemeinen Verhältnisse vorangetrieben werden wird (Sozialabbau, Liberalisierung, strengere Migrationspolitik, soziale Kontrolle, Krieg...). Der Gipfel wird von massiven Protestmobilisierungen begleitet sein, es handelt sich hier um den letzten EU Gipfel der Spanischen Präsidentschaft, die in den letzten 6 Monate im ganzen Spanischen Staat auf starken Widerstand gestossen ist. Dazu kommt, dass am 20. Juni ein Generalstreik in Spanien ansteht, der sich in erster Linie gegen die neuen Gesetze zur Arbeitsflexibilisierung richtet und von den etablierten Gewerkschaften getragen wird. Durch die Terminnähe zum EU Gipfel gibt es jedoch viele Uberschneidungen mit der Kampagne "gegen das Europa des Kapitals", das zum Teil auch von verschiedenen Gewerkschaften wie die CGT getragen wird. In dem die jornaleros Sevilla als Ort für ihren Protest ausgewählt haben, setzen sie sich in den Kontext aller anderen sozialen Kämpfe und wollen die weltweite Sichtbarkeit nutzen, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Es ist nicht die erste Aktion mit ähnlichem Charakter in Spanien, und der PP (Partido Popular) hat bislang immer nur mit konsequenter Repression reagiert. Vielmehr will die Spanische Regierung das Ausländergesetz (ley de extrangeria) zur europäischen Norm erweitern. Mensch erinnere sich auch an die Repression an der Uni in Sevilla gegen den Protest der StudentInnen die sich gegen den Bildungsabbau organisiert haben.
Es ist notwendig unsere Solidarität mit den jornaleros in Sevilla zu zeigen und mit allen, die in Sevilla gegen die herrschenden Verhältnisse demonstrieren werden. Ein Aufruf also an alle, insbesondere an diejenigen, die für diesen Sommer Grenzcamps vorbereiten (Hamburg, Jena, Strassburg...) und alle, die gegen den Bildungsabbau demonstrieren. Ergreift Initiative. Informiert um euch. Informiert alternative und offizielle Medien. Alles was zu der Sichtbarkeit der Besetzung in Sevilla beiträgt, wird die Spanische Regierung unter Druck setzen. Setzt die Spanischen Botschaften und die EU-Institutionen unter Druck.
Die Stimmung ist gerade sehr repressiv. Der Campus ist von der Polizei belagert, es kommt niemand mehr rein und raus. Mehrere MigrantInnen wurden bereits verhaftet.
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[2] Communiqué (10.Juni)
Wir, über 450 jornaleros (TagelöhnerInnen) aus dem Erdbeeranbaugebiet in Huelva (Provinz im Südwesten Andalusien), haben heute, am 10. Juni, die Universität Pablo de la Olavide in der Provinzhauptstadt Sevilla besetzt. Wir sehen uns zu dieser Besetzung gezwungen, um der Forderung nach einer sofortigen Lösung unserer Situation, unter der wir seit 4 Monate zu leiden haben, Nachdruck zu verleihen.
Diese Besetzung ist unbegrenzt bis unsere Situation mit sofortiger Wirkung regularisiert wird: bis wir eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis erhalten, damit wir unsere übliche Arbeit auf den andalusischen Feldern legal und in Würde tun können.
Wir verlangen, dass die Vertretung der Zentralregierung in Andalusien die nötigen Verwaltungsschritte für unsere Regularisierung einleitet und wir bitten die spanische Regierung, die notwendigen Gesetzesänderungen vorzunehmen, damit alle "papierlosen" MigrantInnen regularisiert werden.
Viele Gründe haben uns zu dieser Entscheidung gebracht:
• Die Arbeitsverträge, die mit verschiedenen Osteuropäischen Länder (vor allem Polen) ausgehandelt wurden und von den Landwirtschaftsunternehmen mit dem Segen der zentralen Regierung und Gewerkschaften wie der CCOO und UGT umgesetzt wurden. Wegen diesen Verträgen sind wir dazu verdammt worden, nur noch an Feiertagen auf den Erdbeerfeldern zu arbeiten, oder wenn es zu Engpässe in der Produktion kommt und das landwirtschaftliche Patronat nicht genügend Arbeitskräfte hat.
• In dieser Situation prekärer Arbeit konnten wir schon kaum noch überleben. Wir überlebten nur, indem wir uns Hütten aus Plastik und Karton errichtet haben und uns von der humanitären Hilfe des Andalusischen Rates [Junta dÇAndalusia] ernähren konnten.
• Trotz dieser Bedingungen während der Erdbeerernte, haben uns die Arbeitgeber keine Vorverträge gegeben, die uns eine eventuelle Regularisierung ermöglicht hätten. Und das zur gleichen Zeit, in der sie uns für einen jämmerlichen Pauschallohn arbeiten liessen, der nicht einmal dem miserablen Gesamtabkommen (Convención Collectiva) für ErntearbeiterInnen entspricht. Sie profitieren einmal mehr von unserer Situation als "Papierlose", um die billige Arbeitskraft ohne soziale Kosten und ohne entsprechende Arbeitsrechte auszunutzen.
• Die Zentralregierung in Madrid lehnt die Regularisierung systematisch ab, und zwingt uns in die absolute Ausbeutung, ohne Arbeitsrechte, ohne soziale Rechte, ohne Recht zur Versammlung, Demonstration oder Streik. Es ist eine Situation, die nur den Erdbeer-Unternehmern dient, die wirtschaftliche Profite in historischer Rekordhöhe verzeichnen werden.
• Während der ganzen Erdbeerernte haben wir die permanente Einschüchterung der staatlichen Sicherheitskräfte erleiden müssen, mit den vielen Deportationen, Abschiebemassnahmen usw. Und das alles, obwohl wir die ArbeiterInnen sind, die seit Jahren die Erdbeerfelder in Huelva abernten, gemeinsam mit den Tagelöhnern aus Andalusien, die genau wie wir ein Mal pro Jahr für einige Monate dorthin kommen. So haben wir also die systematische Ausbeutung seitens der landwirtschaftlichen Unternehmer erlitten, deren Mehrheit das Gesamtabkommen (Convencion Colectiva) nicht respektiert und eindeutige Komplizen der Arbeitsinstitutionen und des Zentralen Regierungsausschusses in Huelva sind.
• Als Konsequenz unserer Situation der sozialen Ausgrenzung, ohne Unterkunft, ohne Waschgelegenheiten, ohne Arbeit und ohne Geld, ist ein Klima der sozialen Ablehnung seitens der Gesellschaft in Huelva entstanden. Ein Klima das bislang unbekannt war und das ohne Zweifel durch zahlreiche kriminalisierende Erklärungen verschiedener Bereiche der Zentralregierung geschürt wurde. Zu dem Klima der sozialen Ablehnung hat auch die klare rassistischen Haltung der landwirtschaftlichen Unternehmen aus Huelva beigetragen: sie haben uns aufgrund unserer Bedingung als Maghrebiner und NordarfrikanerInnen aus dem Markt vertrieben und im Gegenzug ArbeiterInnen aus Osteuropa eingestellt ohne dabei das Gesamtabkommen (Convención Collectiva) für ErntearbeiterInnen einzuhalten. Die ArbeiterInnen aus Osteuropa sind in Massenunterkünfte zusammengepfercht, erhalten keinen Lohn für ihrer Überstunden etc.
Basta Ya ! Es reicht !
Wir setzen der unwürdigen Ausbeutung, der wir ausgesetzt sind, ein Ende !
Die Jornaleros von den Andalusischen Feldern, was auch immer unsere Nationalität, Hautfarbe oder Religion ist.
[3] Artikel
Der folgende Text ist eine Übersetzung von einer website aus dem anarchosyndikalistischen Spektru m Spaniens (www.red-libertaria.org). Der Autor schlägt im Vorwort einen KonsumentInnenboykott gegen die Erdbeeren aus Spanien vor; und er bezieht sich auf die Kämpfe der eingewanderten LandarbeiterInnen in ganz Andalusien für ihre Legalisierung und für bessere Arbeits- und Lebensbedigungen.
Die im Artikel erwähnte Anwerbung von neuen Arbeitskräften besonders in Osteuropa spielte auch be im Konflikt in El Ejido (Provinz Almería) eine wichtige Rolle: Dort kam es im Februar 2000 zu einer massiven Konfrontation zwische n andalusischen Altbewohnern und eingewanderten Landarbeitern aus Marokko. Die rassistischen Angriffe richteten sich deshalb v or allem gegen die Marokkaner, weil diese nach ca 15 Jahren Einwanderungsgeschichte (vor allem nach Andalusien) dort inzwischen eine gewisse Stärke erreicht haben. Diese Stärke stellten sie auch in einem einwöchigen Streik als direkte Antwort auf die Ang riffe unter Beweis, mitten in der Hochzeit der Tomatenernte. Schon damals überlegten die Bauernunternehmer der Region, vermehrt Arb eitskräfte in Osteuropa anzuwerben. Die Konfrontation in El Ejido war ein wichtiger Ausgangspunkt für ein schärferes Einwanderungsges etz einerseits und für das Aufdrehen des "Legalisierungs-Ventils" andererseits: das spanische Kapital braucht Einwanderung v or allem auf dem Bau und in der Landwirtschaft, der Staat will aber die Migration unter Kontrolle halten können. Viele der Migran tInnen erkämpften ihre Legalisierung durch Demos, Besetzungsaktionen und Hungerstreiks. Der Konflikt in Huelva ist ein Produkt genau dieser Kämpfe, die die Unternehmer durch eine neue, zunächst einmal weniger kämpferische Arbeitskraft unterlaufen wollen. Wie lange ihnen das gelingen wird, ist offen. Häufi g hat es nicht lange gedauert, bis eine neue MigrantInnenarbeitskraft ihrerseits aufmüpfig wurde...
Sowot Freiburg, Mai 2002
Die Erdbeeren, die wir essen ...
Erdbeeren mit Zucker, Erdbeeren mit Orangensaft, Milchshakes mit "richtigen" Erdbeeren ...Die mei sten Erdbeeren, die in Europa konsumiert werden, kommen aus der spanischen Provinz Huelva in Andalusien. Manchmal werden sie in den Geschäften als "Früchte der Region" angepriesen, so daß leichtgläubige Touristen beim Besuch irgendeines schönen Ortes etwas "Ursprüngliches" kaufen können. Manchmal werden die Erdbeeren ganz unverfroren als Produkte von der Küste Barcelonas verkauft, auch wenn sie in Kisten mit dem Aufdruck "Palos de la Frontera (Huelva)" verpackt sind. Dasselbe passiert bei Ereignissen, wo lokale Produkte vermarktet werden, wie z.B. beim Fest der kommunistischen Partei in Barcelona, wo sowohl die Slogans als auch die Erdbeeren nicht echt waren. Große, dicke Erdbeeren heißen im spanischen "fresón". Sind sie steinhart und geschmacklos und kön nen die langen Transportwege der Globalisierung überstehen - dann kommen sie zweifellos aus Huelva.
Aber die Erdbeeren, die in Huelva wachsen, kommen gar nicht aus Huelva. Jedes Jahr zweigen die Ag rarunternehmer aus Huelva Mio von Dollar Lizenzgebühren an kalifornische Industriebetriebe ab, die die Erdbeerpflanzen gezü chtet haben. Erdbeeren sind ein globales Produkt mit amerikanischem copyright. Sie werden in den regenarmen Kiefernwäldern Zentra lspaniens genährt und aufgezogen, bevor sie aus dem Boden geholt und in die sandigen Böden Huelvas wieder eingepflanzt werden, damit sie Früchte tragen und schließlich fast überall auf der Welt verkauft und verzehrt werden. Erdbeeren brauchen einen toten, mikrobenfreien Boden, damit sie von Krankheiten verschont bleiben. Deshalb werden sie in einen Teppich aus giftigem Pfl anzenschutz gesetzt, der alle Arten von Ungeziefer vernichtet und nebenbei noch das Ozonloch vergrößert, das jedes Jahr tausend e von Hautkrebsfällen verursacht. Der Erdbeeranbau trägt also auch zur regen Gesundheitsindustrie bei...
Der Anbau von Erdbeeren verlangt Sorgfalt und ist teuer. Sie werden unter Plastikplanen gehalten und brauchen große Mengen an Düngemitteln, Pestiziden, Herbiziden und viele Arbeitsstunden zum Pflücken. Die Behörden helfen, indem sie kostenlos die Plastikabfälle einsammeln, und falls sie es doch nicht tun, sind die Farmen von Schluchten und Sü mpfen voller Plastik umgeben. Wenn die Abfallhaufen dann doch zu groß werden, reicht ein Streichholz, um sie in giftigen Rauch zu verwandeln, was zur Erwärmung des Planeten beiträgt. Das ist eine gute Nachricht, denn steigende Temperaturen bedeute n, daß die Erdbeeren nicht mehr mit Plastik abgedeckt werden müssen... Pflanzenschutzmittel und andere "Gifte" sind teuer, aber immerhin müssen die Bauern nichts für die sogenannte "weitläufige landwirtschaftliche Verseuchung" der Brunnen und Flüsse bezahlen, die Ergebnis der giftigen Substanzen ist. Das würde gerade noch fehlen! Wasser, laut Gesetz "öffentliches Eigentum ", verursacht zahlreiche Krankheiten, wenn es vergiftet ist, womit die Zahl der Kranken sowie der Kundschaft von Gesundhei ts- und Mineralwasserindustrie wachsen. Und da behauptet noch jemand, nur die Agrarunternehmer profitieren vom Erdbeeranbau !
Die großen europäischen Vertriebszentren sowie die Verpackungs- und Transportunternehmen kriegen den größten Batzen aus den Profiten des Erdbeergeschäfts. Dann müssen die Agrarunternehmer - neben den Lizenzgebühren - noch das Plastik, die Pflanzenschutz- und Düngemittel an mächtige internationale Chemiefirmen bezahlen. Bei starkem Win d und Regen werden die Pflanzen zerstört. Glücklicherweise erhört der Staat ab und zu die Forderungen der Bauern und lei stet Schadensersatz. Wie können die Unternehmer überhaupt Profit machen, wenn so vieles dagegen spricht? Dadurch, daß sie die PflückerInnen bis auf's Blut auspressen.
In den letzten Jahren haben tausende von andalusischen TagelöhnerInnen (darunter viele Frauen) zu sammen mit ImmigrantInnen aus Portugal und Nordafrika die Erdbeeren auf den Feldern Huelvas gepflückt. Harte Arbeit, die auf de n Rücken geht, stundenlang unter heißer Sonne, niedriger Lohn und Unterkünfte zu Touristenpreisen - das müssen die Menschen aushal ten, die die Erdbeeren pflücken, die wir essen. Die Unternehmer können sich nicht den Luxus leisten, daß ihre ArbeiterInnen Forderungen stellen. Sie haben zuerst die Gewerkschaften angegriffen, später haben sie ArbeiterInnen aus kämpferischen Dörfern keine jobs mehr gegeben und sie durch EinwandererInnen ersetzt. Wenn sie illegal waren, um so besser, dann protestierten sie weniger...
Mit dem neuen Ausländergesetz und nach den Besetzungen und Protesten des letzten Jahres bekamen u ngefähr 1.200 nordafrikanische ArbeiterInnen Papiere: Sie wurden "regularisiert", um ausschließlich bei der Ern te in der Provinz Huelva zu arbeiten. Weder die Unternehmer noch die großen Gewerkschaften (die mit den vorangegangen Kämpfen nichts z u tun hatten) wollten es zulassen, daß die ArbeiterInnen, die für ihre Papiere gekämpft hatten, auf diesen Farmen arbeiten konnten. Ende Herbst 2001 kamen Vertreter der Regierung, der Arbeitgeber und der großen Gewerkschaften überein, 7.000 Mens chen in ihren Heimatländern anzuwerben. Dieses Abkommen wurde von der zentralen Einwanderungsbehörde gebilligt.
Also gingen die Arbeitgeber auf dem internationalen Arbeitsmarkt einkaufen und heuerten ungefähr 4.500 Menschen in Polen, 1.500 in Rumänien und die restlichen 1.000 in Marokko und Kolumbien an. Es waren vorzugsweise Frauen, u m zu verhindern, daß die Arbeitskräfte in Huelva bleiben, denn überall auf der Welt haben die Frauen die Hauptverantwortun g für die (zurückgelassene) Familie. Die Regierung schien sich nicht darum zu kümmern, daß die vorgesehen Anzahl für Anwerbun gen von Arbeitskräften in ihren Heimatländern (zusätzlich zu den "Regularisierten" vor Ort) für 2002 nur bei 3.500 und nich t bei 7.000 lag. Ihnen war klar, daß durch diese Verdopplung die Rebellen aus dem letzten Jahr ("diese üblen Marokkaner, dreckige Dieb e und Terroristen") ihre jobs verlieren würden. Stattdessen werden unsere Erdbeeren jetzt also von blonden, weißen Menschen gep flückt. Fügsam und gewillt, wieder nach Hause zurückzukehren.
Ungefähr 5.000 Nordafrikaner haben in den Orten der Erdbeerernte Hütten aus Plastik errichtet. Do rt sind sie ohne job und ohne jede Versorgung, sie hungern und müssen sogar um Wasser betteln, andere stehlen. Vor einigen Tagen sin d einige hundert von ihnen aus diesen Dörfern zur Provinzhauptstadt marschiert, organisiert von den kleinen Gewerkschaften, die sie unterstützen. Ein Großteil von den 1.200, die nur Papiere für die Arbeit auf den Feldern von Huelva haben und von den Untern ehmern jetzt verschmäht werden, machte bei diesem Marsch mit: vielleicht kriegen sie bald, wenn die Pflanzen in voller Blüte steh en und jede Hand gebraucht wird, einen job. Und sie werden die Lektion genau gelernt haben: Um Erdbeeren zu pflücken, muß man sich nach vorne beugen - in demütiger und unterwürfiger Körperhaltung.
Zwischenzeitlich haben die Bürgermeister und andere wichtige Kräfte in den Dörfern der Umgebung e in hartes Durchgreifen und Abschiebungen gefordert. Diese werden selektiv gehandhabt: Jeder, in dessen Gesicht das Wort "Pro test" gesehen werden kann, wird abgeschoben. Obwohl die Behörden in Huelva von 2.500 illegalen ArbeiterInnen in der Gegend a usgehen, sorgen sie nicht für deren Abschiebung: Sie können noch als eine Art Sklavenarbeitskraft in den wenigen Tagen nützlich sein, wenn die Erdbeerfelder ihre volle Pracht entfalten. Wenn jemand immer noch Lust auf Erdbeeren aus Huelva hat, dann hat er mehr als die Geschmacksnerven verloren. 22.3.2002 , Ramón Germinal
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